EMDR erweist sich als vielversprechende Behandlung für Ess-Störungen

Essstörungen wie Bulimie, Anorexie und Fressanfälle sind häufig die Folge eines schweren Traumas und einer PTBS (posttraumatische Belastungsstörung). Studien deuten darauf hin, dass weit über die Hälfte aller Frauen, die mit Essstörungen zu kämpfen haben, Opfer eines Traumas sind, das oft auf Vorfälle in der Kindheit zurückgeht. Ähnlich wie Drogen und Alkohol können Essstörungen ein Weg sein, um schwierige Erinnerungen und Emotionen zu vermeiden.

Obwohl PTBS ein Begriff ist, der typischerweise für Kriegsveteranen und Überlebende des Terrorismus reserviert ist, kann die Störung Kinder und Erwachsene betreffen, die jede Art von schwerem Trauma erlebt oder miterlebt haben, einschließlich körperlicher oder sexueller Übergriffe, Mobbing, Naturkatastrophen, Unfälle, Scheidung oder den Tod eines geliebten Menschen.

Es ist auch wichtig zu wissen, dass Essstörungen zwar beide Geschlechter betreffen, aber nur etwa 10 bis 15 Prozent der Personen, bei denen diese Störung diagnostiziert wird, Männer sind. Der Beginn von Essstörungen ist früh, wobei die meisten Symptome vor dem 20. Lebensjahr auftreten, oft sogar noch viel früher. Die Sterblichkeitsrate im Zusammenhang mit Essstörungen ist höher als bei jeder anderen psychischen Störung. Es ist oft eine schwere Krankheit, von der sich viele Menschen nie wieder erholen.

Was ist EMDR?

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) wird seit mehr als 30 Jahren eingesetzt, um Veteranen zu helfen, die von PTSD betroffen sind. In jüngerer Zeit hat sich die Technik, die dem Gehirn hilft, sich selbst zu heilen, als sehr vielversprechend für andere Traumaopfer erwiesen, einschließlich solcher, bei denen Essstörungen diagnostiziert wurden. Sie wird auch eingesetzt, um Menschen zu helfen, die mit Trauma-assoziierten Stimmungsstörungen wie Depression und Angst zu kämpfen haben, sowie bei Zuständen, die von Schlaflosigkeit bis hin zu Leistungsangst und schlechtem Selbstwertgefühl reichen.

Bei Menschen mit Essstörungen besteht das Ziel der Technik darin, das Trauma anzugehen, indem die Gründe für destruktive Essmuster aufgedeckt werden. Sie beinhaltet eine Reihe von sehr kurzen Übungen, bei denen ein Therapeut eine Leuchttafel, seine Finger oder einen Gegenstand wie einen Stift in seitlichen Bewegungen bewegt, während eine Klientin verstörende Bilder in ihrem Kopf festhält. Anstelle des Betrachtens eines Objekts kann die Technik auch andere Arten von sensorischem, bilateralem Input beinhalten, wie z.B. Klopfen oder einen Ohrhörer mit Tönen, der sich von einem Ohr zum anderen bewegt. Mit der Zeit beginnt das Trauma seine Intensität zu verlieren.

Bei richtiger Ausführung werden beide Gehirnhälften auf eine Weise stimuliert, die es den Klienten ermöglicht, lange vergrabene traumatische Erinnerungen loszulassen und zu lernen, destruktive Muster zu vermeiden, die oft mit Essstörungen verbunden sind, wie Selbstverletzung, Drogenmissbrauch oder zwanghaftes Training. Die Sitzungen, die in der Regel 60 bis 90 Minuten dauern, enden in der Regel mit Entspannungsübungen, die der Klient zu Hause praktizieren kann.

Obwohl die Technik einfach erscheinen mag, sollte EMDR nur von erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden, die in der korrekten Anwendung und im Protokoll geschult sind, da die Freisetzung traumatischer Erinnerungen für unvorbereitete Klienten extrem beängstigend und zu intensiv sein kann.

Jeder Klient muss sich vor Beginn der Behandlung einer gründlichen psychologischen und medizinischen Beurteilung unterziehen. Die Klienten müssen psychologisch in der Lage sein, mit schwierigen Emotionen umzugehen, und müssen medizinisch und ernährungsmäßig stabil sein. Ein starkes Unterstützungssystem wie Freunde und Familie ist ebenfalls entscheidend.

Eine Drogen- und Alkoholbehandlung oder Reha wird empfohlen, wenn eine Essstörung mit Drogenmissbrauch oder anderen zugrunde liegenden Problemen einhergeht.

Dieser Artikel wurde auf Englisch veröffentlicht 2016-04-20 11:47:25 und übersetzt in Deutsch im Jahr 2021

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