Scham und Schuldgefühle: Was ist der Unterschied?

Brenée Brown, eine bekannte Sozialforscherin, die sich ausgiebig mit Schuld und Scham beschäftigt hat, schreibt, dass Schuld eigentlich eine nützliche Emotion ist, die uns wissen lässt, wenn wir etwas getan haben, das mit unserem individuellen Wertesystem in Konflikt steht. Schuldgefühle können uns dazu inspirieren, Korrekturmaßnahmen zu ergreifen und uns zu bemühen, es in Zukunft besser zu machen.

Scham hingegen ist eine stark negative Emotion, die tief verinnerlichte Gefühle und Überzeugungen beinhaltet, dass wir fehlerhaft oder des Glücks oder der Liebe unwürdig sind. Scham ist destruktiv und niemals nützlich.

Mit anderen Worten: Schuld sagt uns, wenn wir etwas Schlechtes getan haben, während Scham uns sagt, dass wir schlecht SIND. Einige Experten unterscheiden zwischen den beiden Emotionen folgendermaßen: Schuldgefühle sind beteiligt, wenn wir die Regeln der Gesellschaft brechen. Scham ist involviert, wenn wir unsere eigenen persönlichen Regeln brechen.

Scham kann zu Zweifeln an der gesamten Existenz und Identität einer Person beitragen. Oft (aber nicht immer) ist Scham in der Kindheit verwurzelt und geht oft mit Gefühlen eines geringen Selbstwertgefühls einher. Laut Brown trägt Scham zu Gefühlen von Isolation und Abgeschiedenheit bei. Sie ist hoch korreliert mit Sucht, Angst, Depression, Essstörungen, Mobbing, Gewalt und sogar Selbstmord.

Schuld und Scham in der Sucht

Schuld und Scham sind häufig an der Sucht beteiligt. Brown erklärt, dass es die Scham ist, die Menschen dazu zwingt, sie zu betäuben. Scham ist eine mächtige und schmerzhafte Emotion, die Menschen nur zu gerne verdrängen würden.

Dieser Artikel wurde auf Englisch veröffentlicht 2016-03-16 12:24:16 und übersetzt in Deutsch im Jahr 2021

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